Gemeindeleben in der Schule – geht denn das?
Schule ist auch nicht mehr das, was sie mal war, oder? Das stimmt schon. Im Schulsystem hat sich in den letzen Jahren viel verändert. Es wird reformiert, re-reformiert und ausprobiert. Über Sinn oder Unsinn der vielen Neuerungen wird viel geredet und debattiert.
Eine Beobachtung wäre zum Beispiel der Trend zur Ganztagsschule. Da in vielen Familien beide Elternteile arbeiten müssen und eine private Kinderbetreuung kostspielig ist, kommt dieses Konzept auch vielen Familien sehr entgegen. Zahlreiche Schulen zeigen sich bei der Gestaltung Ihrer Angebote für die Schüler sehr vorbildlich. Je nach Interesse haben die Schüler die Möglichkeit, sich in verschiedenen AGs, Kreativkursen oder auch sportlich auszuprobieren und auszutoben. Auch die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten wird ausgeweitet. Schüler, die neu in Deutschland sind und es daher besonders schwer haben, werden besser betreut denn je.
Alles in allem verbringen die Kids also immer mehr Zeit in der Schule. Ein entscheidender Nachteil des Ganzen ist allerdings, dass die Bindung zu einer Kirchengemeinde dadurch oft auf der Strecke bleibt. Genau dieses Problem haben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der christlichen Schuljugendarbeit schon vor längerem erkannt und schlagen daher eine Brücke zwischen Schule und Gemeinde. Sie sind für die Schüler dort präsent, wo diese die meiste Zeit ihres Tages verbringen, nämlich in der Schule. Der einzelne Mensch mit seinen ganz persönlichen Nöten und Sorgen steht hier im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Den Kids soll vermittelt werden, dass sie auf dieser Welt sind, weil es Gottes ausdrücklicher Wunsch war. Und dass sie ihrem Vater im Himmel am Herzen liegen.
Deutschlandweit gibt es viele Organisationen christlicher Träger, deren Mitarbeiter vor Ort an den Schulen tätig sind und dort eine großartige Arbeit leisten. Um voneinander lernen zu können und einen regen Informations- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, stehen diese Organisationen und Projekte im "Netzwerk für christliche Schuljugendarbeit", kurz CSJ, in enger Verbindung zueinander.
Das Projekt "Pais Deutschland" beispielsweise setzt junge Erwachsene im Rahmen ihres FSJ an den Schulen ein. Sie gestalten dabei nicht nur unterschiedliche AGs, sondern helfen auch bei den Hausaufgaben. Eine super Alternative zu den klassischen Nachhilfeorganisationen, die teuer sind und bei denen man häufig in großen Gruppen von Schülern mit sehr unterschiedlichen Leistungsständen lernen muss.
Ähnliche Projekte gibt es unter anderem auch in Hamburg, Krefeld, Jena und Dresden. Den Schülern werden Kreativkurse, individuelle Betreuung, Hobbyräume und vieles mehr geboten.
Vielleicht suchst du ja gerade einen Platz für dein FSJ, möchtest ehrenamtlich mithelfen oder dich einfach über christliche Schuljugendarbeit schlau machen? Dann schau doch einfach mal auf die Homepage http://www.netzwerk-csj.de. Dort gelangst du auch zu den einzelnen Projekten in den verschiedenen Städten und kannst dich noch einmal genauer über diese informieren oder auch gleich direkt mit den jeweiligen Verantwortlichen vor Ort in Kontakt treten. Nur Mut liebe Leute, euer Engagement ist gefragt!